Die "Nächste Generation Mobiler Netzwerke" (englisch: Next Generation Mobile Networks, kurz: NGMN) ist ein Projekt zur Entwicklung des Mobilfunks der vierten Generation (4G), das von dem gleichnamigen Bündnis (englisch: NGMN Alliance) vorangetrieben wird. Der NGMN-Allianz gehören derzeit 19 Mobilfunkbetreiber als Mitglieder, 36 Zulieferer als Sponsoren und drei Universitäten als Berater an. Als technologische Zielvorgabe werden eine Geschwindigkeit von bis zu 100 Megabit pro Sekunde beim Empfangen und bis zu 50 Megabit pro Sekunde beim Senden von Daten (das heißt vom Endverbraucher ins Netz) innerhalb eines Kanals von 20 Megahertz Bandbreite genannt.

Die Ziele Das Projekt soll die Grenzen eines Mobilfunknetzes über das hinaus erweitern, was die gegenwärtig genutzten Daten-Transfertechnologien wie das in Europa verbreitete UMTS und HSPA oder CDMA-2000/EVDO (die in Amerika und Teilen von Asien und Afrika gebräuchlichen Technologien) leisten können. Pro Funkzelle soll die Geschwindigkeit beim Herunterladen für den Kunden bei 40 Megabit pro Sekunde im Durchschnitt liegen. Das Funkspektrum soll im Vergleich zu den 3-G-Technologien UMTS und HSPA drei- bis fünfmal effektiver genutzt werden; um den gleichen Faktor soll sich die Datenkapazität pro Funkzelle vergrößern. Die Mobilität soll überall die gleiche sein - sowohl innerhalb geschlossener Gebäude als auch draußen, sowohl in großen urbanen Ballungszentren wie auf dem flachen Lande. Dazu sollen flexibel Funkkanäle von Bandbreiten zwischen 1,25 Megahertz bis 20 Megahertz genutzt werden. Gesendet werden soll auf Frequenzen zwischen 400 Megahertz und 5 Gigahertz.

Technik und Wirtschaftlichkeit Das NGMN-Projekt versteht sich als Plattform, die unabhängig ist von einer bestimmten Technologie. Welchen Weg man technologisch gehen wird, hängt von Kriterien wie Vorhersagbarkeit und Höhe der Kosten sowie Qualität und Leistung der in Frage kommenden Technologien ab. Bei einer großflächigen Versorgung, die überall einen Zugang zu den Netzen der Zukunft garantiere, sei die Zahl der nötigen Funkzellen ein entscheidender Kostenfaktor, so heißt es in einem Papier der Organisation. Daher müssten NGMN-Netze in möglichst niedrigen Frequenzbereichen betrieben werden. Dies garantiere größtmögliche Reichweite bei minimalen Kosten. Als mögliche neue Dienstleistungen, werden genannt: Dienste die eine geringe Verzögerung (Latenz) des Netzes erfordern wie etwa Online-Spiele, solche die große Datenmengen übertragen müssen (wie etwa Video-Dienste), die ein effizientes flächendeckendes und stabiles Netz brauchen wie mobiles Fernsehen oder Dienste, die erhöhten Sicherheitsanforderungen genügen müssen.

Die Allianz und ihre Mitglieder Die "NGMN Alliance" wurde 2006 gegründet, sie hat die Rechtsform eines Unternehmens, genauer der in Großbritannien registrierten NGMN Ltd. Das Büro der NGMN Ltd. ist in Frankfurt am Main. Mitgliedsfirmen sind AT&T Inc.(San Antonio, Texas, USA), Bell Canada (Québec, Canada), China Mobile Communications Corp. (Peking, China), Deutsche Telekom AG (Bonn), KDDI Corporation (Tokio, Japan), KPN N.V. (Den Haag, Niederlande), KT Corp.(Seongnam, Südkorea), LG Telecom Ltd.(Seoul, Südkorea), NTT DoCoMo Inc.(Tokio, Japan), Orange SA (Paris, Frankreich), Reliance Communications Ltd. (Neu-Mumbai, Indien), SK Telecom Co. Ltd. (Seoul, Südkorea), Telecom Italia S.p.A., (Rom, Italien), Telefonica S.A. (Madrid, Spanien), TeliaSonera AB (Stockholm, Schweden), Telstra Corp. Ltd. (Melbourne, Australien), TELUS Corp. (Burnaby, Kanada) sowie Vodafone Group Plc (Newbury, Großbritannien). Beratende Universitäten sind die Technische Universität Eindhoven (niederländisch: Technische Universiteit Eindhoven), die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen sowie die Universität Kassel.